Schluss mit dem privaten E-Zigaretten Handel bei Facebook

05.08.2019 13:03

Facebook ist längst nicht mehr nur ein Soziales Netzwerk für das Austauschen von Nachrichten, Bildern und Videos. Durch die Unterseite “Marketplace”, die jeder bei Facebook aufrufen kann, hat sich das Netzwerk zu einer Börse für privaten Handel entwickelt. Neben Videospielen, Kleidung und Handys verkaufen oder tauschen die Nutzer bei Facebook aber beispielsweise auch ihre Verdampfer. Ende Juli gab Facebook jedoch bekannt, dass der Konzern seine Regeln zu Inhalten mit Tabak- und Alkoholprodukten ändert. Wie diese Änderungen aussehen und wie sie die Dampfer-Szene beeinflussen erklären wir dir im folgenden.

Die neuen Regeln bei Facebook

Die Änderungen bei Facebook bezieht sich auf zwei Aspekte - die Kommunikation und den Privaten Handel. Bezüglich der Kommunikation untersagt die neue Regelung den Verkauf oder das Bewerben von “nicht für medizinische Zwecke eingesetzten Drogen”. Unter Drogen verstehen die Amerikaner dabei nicht nur Cannabis oder andere Rauschmittel, sondern auch Tabakerzeugnisse. Zusätzlich darf nicht einmal die private Verwendung solcher Drogen (schriftlich oder mündlich, beispielsweise als Video) über Facebook geteilt werden - ausgenommen es steht im Zusammenhang mit einer gesundheitlichen Genesung.

Hinsichtlich des privaten Handels sieht die neue Regelung folgendes vor: Der Verkauf, das Verschenken und das Tauschen von Tabakprodukten zwischen Privatpersonen ist vollständig verboten. Alle Inhalte auf Facebook die damit zusammenhängen werden gelöscht. Dies betrifft sowohl Statusmeldungen, Marketplace Angebote und Gruppen. Ausgenommen hiervon sind Gewerbliche Seiten, hinter denen ein echtes Unternehmen steht.

Der Sinn und Zweck der neuen Regelungen wird ziemlich schnell klar: Facebook möchte hiermit dem privaten Handel den Riegel vorschieben. Angefangen hat der Konzern dabei in den USA, inzwischen wurden jedoch auch zahlreiche Dampfer-Flohmarkt-Gruppen in Deutschland von Facebook geschlossen. Aber warum kam es zu dieser Änderung?

Die vermeintliche “Dampfer-Epidemie”

Der Auslöser für die neue Regelung bei Facebook kommt aus den USA. Dort ist das Dampfen nämlich noch viel stärker umstritten als in Deutschland. In nahezu jedem Bundesstaat des Landes gibt es eine andere Gesetzliche Regulierung der E-Zigaretten. Während es in manchen Staaten und Städten lediglich ein Verbot für Werbung gibt, gilt in San Francisco beispielsweise ein vollständiges Verkaufsverbot für E-Zigaretten.

Der Grund hierfür ist der Jugendschutz, denn vor allem in den USA gibt es immer wieder Meldungen zu Unternehmen und Händlern, die E-Zigaretten an Minderjährige verkaufen. Vor allem bei Tankstellen kam es dabei häufig vor, dass die Verkäufer E-Zigaretten an Minderjährige herausgeben ohne deren Alter zu kontrollieren. Die beliebteste E-Zigarette der Amerikanischen Jugendlichen ist dabei die Juul, weshalb sich in den USA auch der Begriff “juuling” verbreitet hat. Die Amerikanische Regulierungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) bezeichnet das ganze sogar als “Epidemie”, wodurch sie die Panik unter den Eltern noch verstärkt.

Das Facebook nun seine Richtlinien geändert hat, hängt nicht direkt mit einem Gesetz zusammen. Der US-Kongress diskutiert nämlich aktuell noch über das Thema, ohne bereits neue Gesetze erlassen zu haben. Daher liegt die Vermutung nahe, das Facebook lediglich aus Selbstschutz handelt. Wären sie zu lange inaktiv geblieben und hätten den Privaten Handel mit E-Zigaretten weiterhin gebilligt, hätte sich das ganze zu einem riesigen Marketing-Gau entwickeln können. Da das Image von Facebook bereits stark gelitten hat (Stichwort Cambridge Analytica), wollte man vermutlich einfach einem weiteren Imageverlust vorbeugen.

Warum die Regulierung dennoch richtig ist

Jetzt könnte man sich natürlich erst einmal darüber aufregen, dass einem der private Handel bei Facebook untersagt wird. Tatsächlich hat es für dich als Verbraucher aber einige Vorteile. Wenn du jemandem privat eine E-Zigarette abkaufst übernimmt der Verkäufer üblicherweise keine Gewährleistung für das Produkt. Es kann sich also um ein beschädigtes oder defektes Gerät handeln.

Und es gibt noch ein weiteres Problem beim Kauf von E-Zigaretten über Plattformen: Oftmals handelt es sich um Schwarzware, da für die Produkte keine Mehrwertsteuer bezahlt wird. Zusätzlich unterliegen Tabakprodukte einer strengen gesetzlichen Regulierung. So kann es im schlimmsten Fall sein, das du dich nicht nur Wegen Steuerhinterziehung sondern auch noch wegen eines Verstoßes gegen das Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) schuldig machst.

Darf man seine gebrauchte E-Zigarette jetzt nicht mehr verkaufen?

Doch! Solange du hierbei ausschließlich Privat handelt schon. Dann empfiehlt es sich jedoch streng darauf zu achten, dass du die E-Zigarette nicht an jemand Minderjähriges verkauft - das könnte durchaus Ärger geben.

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