Der Kampf gegen Aufklärungskampagnen

11.02.2020 10:28
blograbatt

Irgendwo zwischen den Zahlreichen Horrormeldungen zu tödlichen E-Zigaretten, giftigen Liquids und dampfender Jugendlicher tauchte im September letzten Jahres eine Kampagne im Internet auf, die sich gegen die Panikmache und Fehlinformationen rund um die E-Zigarette stellen. Vielleicht hast du letztes Jahr schon etwas von der Kampagne #ezigarettenleben gesehen? Falls nicht könnte es dafür bald schon zu spät sein, denn die Verbraucherzentrale in Deutschland geht jetzt gegen diese Kampagne vor. Was es damit auf sich hat, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist die Kampagne #ezigarettenleben?

Die Kampagne wurde 2019 von dem YouTuber Simon Bauer (Vape Scene Investigation) und dem VdeH gestartet. Informationen wurden über eine eigene Webseite und andere Kanäle wie Social Media und co. verbreitet.

Vor dem Hintergrund der sich immer weiter verbreitenden Falschmeldungen und Fehlinformationen rund um das Dampfen (bspw. die angeblichen Toten durch das Dampfen, was letztendlich nur an Inhaltsstoffen in auf dem Schwarzmarkt gehandelten THC Liquids lag), sollten sich Dampferinnen und Dampfer melden und über ihre Erfahrungen mit dem Wechsel von Tabak zu E-Zigaretten zu berichten. Ex-Raucher sollten also teilen, wie die E-Zigarette ihr Leben verändert und hoffentlich verbessert hat.

Das Ziel der Kampagne ist es, ein Bewusstsein zu den Vorteilen der E-Zigarette zu schaffen und das Media Bashing sowie Falschmeldungen aufzudecken. Auch wollte man mit der Kampagne klarstellen, das die aus regulierter Produktion stammenden E-Zigaretten, die man bei uns im regulierten Handel erwerben kann, rein garnichts mit den Todesfällen aus den USA zu tun haben. Eigentlich ein nobles und nachvollziehbares Ziel, oder?

Beteiligung an der Kampagne

Die Kampagne bekam viel positives Feedback. Auch wenn hinter der Kampagne keinerlei Marketingbotschaft steckte (heißt, es wurden keine einzelnen Händler oder Produkte beworben), verbreiteten neben zahlreichen YouTubern auch Mitglieder des VdeH (Verband des eZigarettenhandels) den Videoaufruf und beteiligten sich an der Kampagne.

Was hat die Verbraucherzentrale gegen #ezigarettenleben?

Nachdem die Kampagne einige Monate lief, wurde die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg auf sie aufmerksam und mahnte prompt zahlreiche Online Shops ab. Diese hatten das Logo der Kampagne auf ihrer Seite geteilt, um darauf aufmerksam zu machen. Ihre Abmahnung hat die Verbraucherzentrale mit mehreren Punkten argumentiert:

  • Der Name der Kampagne (e-Zigaretten Retten Leben, abgekürzt auf eZigaRETTENleben) suggeriert, dass E-Zigaretten einen medizinisch positiven Einfluss haben könnten
  • Durch die Kampagne würden gesundheitliche Gefahren des Dampfens verschleiert
  • Die Kampagne würde fälschlicherweise den Eindruck vermitteln, das E-Zigaretten sich zur Entwöhnung von Tabakzigaretten eignen

Zusammengefasst würde die Kampagne angeblich gegen das Werbeverbot verstoßen (Infos zum Werbeverbot zu E-Zigaretten findest du hier), weshalb kein Shop die Aktion unterstützen dürfe.

Die Begründungen der Verbraucherzentrale sind jedoch alles andere als stichhaltig, denn die gesundheitlichen Vorteile der E-Zigarette wurden schon durch zahlreiche Studien belegt. Auch wenn die E-Zigarette nicht zu 100% unschädlich ist, so ist sie zumindest ca. 95% weniger schädlich als Tabakzigaretten - bestätigt durch eine Studie der britischen Regierung. Und auch das die E-Zigarette beim Entwöhnen von Zigaretten helfen kann wurde wissenschaftlich belegt. Woher kommt also trotzdem immer wieder der starke Widerstand aus Medien und Politik, dem sich die E-Zigarette gegenüberstellen muss?

Welche Forderungen hat die Verbraucherzentrale?

Oftmals können Abmahnungen der Verbraucherzentrale horrende Zahlungsforderungen enthalten. In diesem Fall beläuft sich die Abmahnpauschale jedoch nur auf etwas über 200€. Darüber hinaus sollen die abgemahnten Betriebe ihre öffentlichkeitswirksame Unterstützung für die Kampagne bis zum 13. Februar einstellen (und alles hierzu auf ihren Seiten löschen).

Wie geht es jetzt weiter?

Ob die Händler der Abmahnung tatsächlich nachkommen müssen, ist noch nicht geklärt. Das Hauptproblem daran ist, dass durch die Kampagne in keinster weise für ein spezifisches Produkt Werbung gemacht wird, sondern lediglich für die Produktgruppe der E-Zigaretten im Allgemeinen. Dadurch fällt die Kampagne nicht unter das eigentliche Werbeverbot, denn dieses bezieht sich explizit auf Werbung für ein einzelnes Produkt. Und eine Abmahnpauschale zu bezahlen, nur weil man eine Kampagne unterstützt die sich für die Verbreitung von wissenschaftlich belegten Wahrheiten einsetzt .. das wäre schon ziemlicher Schwachsinn.

Die abgemahnten Händler sind der Verbraucherzentrale aber nicht hilflos ausgeliefert. Der VdeH steht allen betroffenen Mitgliedern unterstützend zur Seite und hilft bei der Einleitung entsprechender rechtlicher Schritte. Ein klares Zeichen der Solidarität.

Sobald es neues zu dem Thema gibt, erfährst du es direkt bei uns im Blog.

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